Die neunzehnte Etappe der Transpirinenca führt von Tavascan im Vall de La Noguera de Cardós zur dem schmucken Dorf Estaon. Eine der hauptsächlichen Sehenswürdigkeiten dieser Etappe sind ihre schönen historischen Wege, die oftmals mit alten Mauern aus Trockenstein und Quersteinen geschützt sind. Nach Überwinden des Collada del Jou geht es in das Vall d'Estaon, auch bekannt als Vallat d'Estaon, ein Nebental  des Vall de Cardós, das, wie auch der Wanderweg im letzten Abschnitt der Etappe, dem Verlauf des schönen Flusses Peracalç folgt.

Technisches datenblatt
Startpunkt der Etappe
Tavascan
Endpunkt der Etappe
Estaon
Entfernung
11,90
Dauer
4:15h
Akkumulierter Höhenunterschied
+850m / -715m
Maximale Höhe
1843
Mindesthöhe
1120
Dificultat

Anspruchsvoll. Ergibt sich aus der Länge und dem zu überwindenden Höhenunterschied. Diese Etappe weist keine technische Schwierigkeit auf.

Època

Im Winter kann es Schnee auf dem Collada del Jou geben.

Ausrüstung

Keine besondere.

Kartenmaterial

Alt Pirineu-Naturpark 1:50.000. Editorial Alpina.

Basistopografie Katalonien 1:25.000. Institut Cartogràfic i Geològic de Catalunya (ICGC).

Streckenverlauf

Die neunzehnte Etappe der Transpirinenca beginnt in (1) Tavascan (0:00h - 1.120m). Auf der vorhergehenden Etappe verlief der Wanderweg entlang des Vall de La Noguera de Cardós auf seiner linken orographischen Seite (O) und in der ersten Hälfte dieser Etappe verläuft er im selben Tal auf der rechten orographischen Seite (W).

Tavascan wird über die schöne mittelalterliche Brücke verlassen und es beginnt ein Pfad entlang des Tals bis nach Aineto, das durchquert wird und dann geht es im Zickzack auf einer Piste weiter um an Höhe zu gewinnen, aber nur um sie sofort wieder zu verlassen und auf einem Pfad weiterzugehen. Der Weg steigt zuerst kräftig an, aber, wenn die Höhe von  1.400m erreicht ist, lässt die Steigung nach und es geht weiter neben dem Vall de La Noguera de Cardós auf flachem Gelände. Auf diesem Abschnitt hat man eine sehr gute Aussicht über das ganze Vall de Cardós.

Nun wird (2) Lleret (1:10h - 1.380m) ein Weiler oberhalb des Tals liegender Weiler erreicht, in den jedoch nicht  hineingegangen werden muss. Auf einem Platz genau am Eingang von Lleret wendet sich nämlich der GR 11 nach rechts und beginnt sogleich im Zickzack schnell aufwärts zu klettern. Ab hier und bis zum Collada de Jou ist der Anstieg kontinuierlich etwa 2 km auf einer Erdpiste und einem letzten Stück auf einem Pfad bis zum (3) Collada del Jou (2:30h - 1.838m).

Nun beginnt ein direkter Abstieg mit einer starken Neigung bis zu den Bordes de Nibrós, ganz unten im Vall d'Estaon, das auch Vallat d'Estaon genannt wird. Es ist ein Nebental des Vall de Cardós und folgt dem Verlauf des Flusses Riu de Peracalç. Der Abstieg führt an den Berghütten Borda de Vidal und Borda de Masover vorbei und erreicht schließlich die (4) Bordes de Nibrós (3:10h - 1.480m). Dort beginnt der sanfte, ruhige und sehr angenehme Abstieg am Ufer des Peracalç ganz unten im Tal. Die Strecke  verläuft auf einer Erdpiste vorbei an der Borda de Gori  und der Borda de Calatxo. Kurz vor Erreichen der asphaltierten Zugangsstraße nach Estaon, führt ein schmaler Pfad rechter Hand direkt am Berghang aufwärts bis nach (5) Estaon (4:15h - 1.255m).

Aussergewöhnliches

Die zahlreichen bordes (Berghütten), die auf die traditionelle Viehwirtschaft in diesem Teil des Alt Pirineu-Naturpark zurückgehen.

Die historischen Wege im ersten Teil der Etappe; auf denen oftmals Mauern Mauern aus trockenem Stein und Quersteinen zu sehen sind.

Übernachten im schönen Dorf Estaon.

Haben sie das gewusst?

Gemäß einer Legende wurde Estaon von der Tochter eines reichen Mannes aus Nibrós gegründet. Vor vielen Jahren gab der Mann seinen drei Töchtern drei große Wälder (Anàs, Bonestarre und Estaon) mit der Bedingung, dass sie dort leben und drei weitere Dörfer gründen würden. Jahre später wurde Nibrós durch ein großes Erdbeben zerstört.

Das dürfen sie nicht verpassen...

Die wunderschöne Steinbrücke von Tavascan, welche die beiden Flussufer des Tavascan verbindet. Diese Brücke aus dem 13. Jahrhundert -im Stil der Spätromanik - war die einzige Möglichkeit, den Tavascan zu überqueren, bis im Jahr 1960 die neue Brücke der Landstaße gebaut wurde.